
Implizite Vorurteile in der Medizin
Wissenschaftliche Befunde zeigen, dass implizite Vorurteile gegenüber Patient*innen, u.a. in Form von Stereotype und (geschlechtsbezogener) Diskriminierungen, die Qualität der medizinischen Behandlung negativ beeinflussen können bis hin zu fehlerhaften Diagnosen oder mangelhaften Therapien. Ärzt*innen sehen sich ebenfalls Diskriminierungen von Patient*innen und Kolleg*innen ausgesetzt, die die Arbeitszufriedenheit negativ beeinflussen können. Trotz der Bedeutsamkeit dieser Faktoren wird der Umgang mit impliziten Vorurteilen und Diskriminierung in der medizinischen Lehre bisher kaum thematisiert. Ziel dieses Projektes ist es daher, den Studierenden im Rahmen eines longitudinalen Curriculums im klinischen Abschnitt eigene implizite Vorurteile bewusst zu machen und Verhaltensweisen zu fördern, um auf diskriminierendes Verhalten von Kolleg*innen und Patient*innen adäquat reagieren zu können. Dabei werden zwei didaktische Ansätze verfolgt: (1) Patient*innenfälle, die die Grundlage diverser Lehrformate mit Simulationspersonen bilden und u.a. als Videofälle vorliegen, sollen hinsichtlich der Sichtbarmachung gesellschaftlich vorhandener Diversität überarbeitet bzw. neu entwickelt werden; (2) basierend auf dem psychologischen Nudging-Konzept sollen kleinere, aber wiederkehrende Stimuli in die Simulationen integriert werden, um implizite Vorurteile wiederholt sichtbar zu machen und Formen und Ursachen zu thematisieren. Die Wirksamkeit der Maßnahmen soll fortlaufend evaluiert werden.
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MINT Robotics Cup
Das Projekt MINT Robotics Cup zielt darauf ab, das Interesse und die Kompetenzen von Studierenden in MINT-Fächern hochschulweit spielerisch zu fördern. Angesichts des Rückgangs der Studienanfänger in technischen Disziplinen um 6,5% im letzten Jahr (Destatis, 2023) und der steigenden Nachfrage nach technisch versierten Fachkräften, adressiert unser Vorhaben ein kritisches Bildungsdefizit. Der regelmäßig stattfindende Wettbewerb soll Studierende aller Fachrichtungen, von BWL bis Informatik, sich in interdisziplinären Teams der Herausforderung zu stellen, einen Roboter zu konstruieren und zu programmieren, sodass dieser eine gestellte Aufgabe lösen kann.Für Chancengleichheit zwischen den Teilnehmern verschiedener Semester und Vorkenntnisse wird durch Anpassung fortgeschrittener technischer Möglichkeiten oder Programmierhilfen gesorgt. Dies fördert nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Soft Skills wie Teamarbeit und Problemlösung.Technologisch deckt das Projekt aktuelle Themen wie agiles Projektmanagement, Rapid-Prototyping, Sensorik, Künstliche Intelligenz und IoT ab. Diese Inhalte werden durch begleitende Betreuung praxisnah vermittelt und können in weiterführende Lehrveranstaltungen integriert werden. Besonders wichtig ist uns die Relevanz technischer Grundkenntnisse auch für Studierende nicht-technischer Fachbereiche. Langfristig streben wir die Implementierung weiterer gamifizierter Lehrmethoden an, um die Motivation und den Lernerfolg nachhaltig zu steigern.
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